Bitcoin nur ein Spekulationsobjekt?

Bitcoin ist bis heute kaum etwas anderes als ein Spekulationsobjekt. Die frühen Vögel haben unglaubliche Ergebnisse erzielt.

Steigende Kurse haben die Spekulanten angezogen. Da gibt es einmal die Profi-Trader, die mit Bedacht die Volatilität zu ihrem Vorteil nutzen und ihr bisheriges Portfolio um die Kryptowährungen erweitert haben. Da gibt es aber auch die Spieler, die  – geldgierig –  wie beim Roulette bewusst auf Risiko setzen.

Wohl dem, der entweder früh eingestiegen ist, oder den Markt rechtzeitig wieder verlassen hat. Alle anderen haben nach dem Ende 2017 massiv Geld verloren. Von ca. 20.000 US-Dollar ging´s runter auf 6.000 US-Dollar pro Bitcoin. Manche sagen dem Bitcoin bereits das Ende voraus.

Nicht so allerdings alle diejenigen, die den Bitcoin verstanden haben. Das sind durchaus nicht viele, wohlgemerkt. Das sind aber diejenigen, die ihre Auffassungen nicht in der Boulevard-Presse kundtun, bei der sich die breite Öffentlichkeit informiert und daher zu kompletten Fehleinschätzungen gelangt.

Wenn man nämlich den Nutzen von Bitcoin nicht allein am Preis festmacht, sondern den Wert des Bitcoin an der Idee des Erfinders erkennt, dann betrachtet man Bitcoin wie ein neu gegründetes Unternehmen. Nehmen wir einfach mal als Beispiel Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Google oder Apple, die gegründet wurden und sich dann über Jahre im Markt etablieren mussten. Hinter solchen Unternehmen stehen Visionen, die die Welt verändert haben. Wie lange hat das gedauert? Zum Teil einige Jahrzehnte.

Satoshi Nakamoto, oder wer auch immer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, hatte eine vergleichbar revolutionäre Idee, die die Welt definitiv verändern wird.    Auch diese Entwicklung braucht Zeit.

Jetzt, wo sich der Bitcoin-Kurs auf einem abgekühlten Niveau aufhält, beginnen wir echte Traktion zu sehen. Wahrscheinlich jedoch wird es noch eine Weile dauern, bis der Bitcoin nicht mehr nur über den Preis von sich reden macht.

Erdogan stützt die Entwicklung von Bitcoin

…  allemal in der Türkei. Das Bitcoin Handelsvolumens steigt in einem Masse wie der Kurs der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar sinkt. Seit Beginn des Jahres hat die türkische Währung fast die Hälfte ihres Werts verloren.

Viele Türken wenden sich Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass gerade wirtschaftliche Problemländer ihre Hoffnung in Kryptowährungen setzen. Das bekannteste Beispiel ist Venezuela.

Die staatseigene Fiat-Währung wird mit wachsendem Misstrauen angesehen. Angesichts der aktuellen Schwäche der Lira fühlt man sich mit Bitcoin & Co. sicherer.

Türkische Kryptobörsen verzeichnen einen Volumenzuwachs von mehr als 100 Prozent.

Der Wechsel von Fiat zu dezentraler Ledger Technologie (Blockchain) bringt man mit einer robusteren, gerechteren und transparenteren Finanzinfrastruktur in Verbindung.

Allerdings wächst auch die Angst vor Beschränkungen des Börsenhandels durch die türkische Regierung. Solche Szenarien fördern zusätzlich die bereits in vollem Gang befindliche Kapitalflucht außer Landes.

Die Bankenwelt 2.0

Sicher ist dies eine gewagte Prognose in der aktuellen Situation, aber irgendwie drängt sich folgender Gedanke auf:

Finanzdienstleistungen befinden sich heute bereits in einem Strukturwandel. Gerade junge Menschen orientieren sich sehr modern und digital und wenden sich an aufstrebende Digitalbanken, deren Angebot einleuchtend einfach daherkommt. Revolut, N26, Holvi, Bitwala machen von sich reden. Letztere, Bitwala, ist ein Krypto-Start-up auf Blockchain Basis.

Bitwala ist dabei, den rechtlichen Rahmen zu schaffen, um in absehbarer Zeit vollwertige Konten anbieten zu können. Dabei ist, genauso wie das für die traditionelle Bankenwelt gilt, die Anpassung an die europäische Einlagensicherung vorgesehen  – wie effektiv auch immer diese sein mag, aber das ist ein anderes Thema.

Es fällt auf, dass immer mehr hochrangige Banker der Deutschen Bank, der Commerzbank, von Sparkassen und Privatbanken aktive Teilnehmer von Blockchain Symposien sind und in Veranstaltungen der Kryptoszene sitzen und sich von Digitalbotschaftern informieren lassen, wie Finanzmarktprodukte heute aussehen.

Traditionelle Finanzdienstleister und insbesondere Banken nähern sich Fintechs und Krypto-Start-ups immer mehr an. Bitwala arbeitet bereits mit einer Partnerbank. Es scheint, nichts mehr bleibt beim Alten und sogenanntem Bewährten. Die Entwicklung beginnt, die Platzhirsche von gestern einzuholen und zu überrollen, sie zu den ewig Gestrigen zu degradieren, die möglicherweise auf der Stecke bleiben. Neue Marktführer auf dem Finanzmarkt befinden sich im Eroberungsmodus.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute noch irgendein Bankinstitut gibt, das sich noch nicht intensiv mit der Blockchain Technologie befasst. Ich denke auch, wir werden in naher Zukunft Fusionen von Alt mit Krypto erleben.

 

Der Presse Spagat

Mord, Totschlag, Flugzeugunfälle, Trump auf Seite 1,  die Aufklärung von Verbrechen zum Beispiel dagegen ganz hinten.

Der Spagat besteht aus dem Anspruch, objektiv zu informieren und der Notwendigkeit Profit zu machen. Es ist ein Phänomen, dass sich negative Nachrichten besser verkaufen als positive.

Die Presse liebt Kryptowährungen. Über Bitcoin läßt sich herrlich ätzen. Hier kann man Fake News verbreiten, ohne dass es jemand merkt. Donald Trump würde über Fake News wettern und die Presse  – heute MSM, Main Stream Media –  beschimpfen.

Bitcoin = Risiko pauschal. Teils ja, richtig, teils komplett falsch.

Bitcoin = Nicht alltagstauglich. Falsch, es muss heißen „noch nicht“.

Bitcoin = Ernergiefresser. Absolut betrachtet richtig. Relativ, d.h. im Vergleich zum Schürfen von Gold, im Vergleich zum Energiebedarf von Fiat-Geld oder im Vergleich einer einzeln Firma wie z.B. Amazon fast zu vernachlässigen.

Bitcoin = volatil. Richtig. Wie anfänglich alle neuen Finanzprodukte. Objektive Berichterstattung würde jedoch ergänzend die durchschnittliche Entwicklung seit 2009 betrachten.

Die Presse weiss es, aber schweigt: Konsumgüter des täglichen Bedarfs schwanken zum Teil täglich (!) bis zu 100 Prozent.

Bitcoin = Betrug sagt Jamie Dimon, der CEO von JPMorgan, der größten der vier großen Amerikanischen Banken. Das schreibt die Presse. Sie schreibt nicht, dass JPMorgan damit nur den Kurs nach unten beeinflussen wollte, um dann einen Tag später selbst in großem Stil Bitcoin einzukaufen. Der Betrüger spricht von Betrug. Die Presse schweigt.

Die Reihe der Negativberichterstattung ließe sich fortsetzen.

Die Presse übernimmt die von Interessengruppen gesteuerte Negativhaltung anstatt objektiv zu berichten mit der Folge, dass die Öffentlichkeit aus reiner  Profitgier über die Entwicklung einer bahnbrechenden Erfindung getäuscht wird. Der anständige Journalist schämt sich. 

Hinter verschlossenen Türen

Finanz-Industrie und Börsen waren bisher zurückhaltend, was die Adaption von Kryptowährungen betrifft.

Man vermutet die Ursache in den vielfältigen Fake News, die die Geschichte von Bitcoin & Co. begleiten, die jedoch dazu beigetragen haben, dass der neue Branche in der Öffentlichkeit  immer noch mit einiger Skepsis begegnet wird.

Insbesondere hat der Vorwurf der Kriminalität, fragwürdigen Transaktionen und Betrug einige Jahre lang das Image von Bitcoin dominiert. Den wenigsten ist bekannt, dass dieser Faktor mittlerweile nur noch mit einem Anteil von weniger als 1% beteiligt ist. Aber sowas wirkt eben nach.

Bemerkenswert ist jetzt, dass kürzlich in Chicago, organisiert von der  Nasdaq, die zweitgrößte Börse der Welt, eine Klausurtagung mit Vertretern von etwa einem halben Dutzend Börsen und Unternehmen stattfand mit dem Ziel, die Krypto-Branche „auf den Weg zur Legitimität zu bringen“ und Krypto-Währungen als Anlage-Klasse zu etablieren.

Das Justizministerium der USA, so berichtete Bloomberg zum Beispiel, hat eine Untersuchung eröffnet, ob kriminelle Händler den Preis von Bitcoin und anderen digitalen Währungen manipulieren.

Adena Friedman, Chief Executive Officer der Nasdaq, hat sich über die Notwendigkeit der Regulierung geäußert und arbeitet nun mit einer Reihe von Börsen zusammen, um bei mehreren dieser Fragen zu helfen.

Zu weiteren Einzelheiten des Inhalts dieser Veranstaltung lehnte ein Sprecher der Nasdaq eine Stellungnahme ab, bestätigte aber, dass die Veranstaltung stattfand und äußerte weiterhin, das dies nicht das letzte Treffen dieser Art sein wird und fügte noch hinzu, dass es einen ständigen Dialog zwischen den Teilnehmern geben wird.