Was macht man mit Bitcoin?

Kaufen, spekulieren, handeln, liegen lassen und abwarten, verkaufen, verdienen, verlieren, oder ?

Unsicherheiten, Verwirrung, Meinungen, Spekulationen, Warnungen – lohnenswert? – teuer? – wer hat Recht?

Was sind Kryptowährungen, ganz objektiv ? 

Die erste sog. Kryptowährung, der Bitcoin, wurde „erfunden“, um Geldtransaktionen „Peer-to-Peer“ mit niedrigen Gebühren und sofort zu ermöglichen. Unabhängigkeit von Notenbanken und Inflation war das Ziel.

Es geht an dieser Stelle um Aufklärung von vielen Missverständnissen, nicht um das Lostreten von Diskussionen über Wert und Unwert von Kryptowährungen.

Kryptowährungen sind also Finanzprodukte. Es gibt unendlich viele Finanzprodukte. Nehmen wir Bitcoin als Beispiel. Drei Varianten:

A) Bitcoin kaufen: 

Warum? Weil ich gehört habe, dass ich mein Geld mit guter Rendite anlegen kann. 

Achtung: Risiko. Wer heute einkauft, kann morgen gewinnen oder verlieren. 

Wer vor Jahren gekauft hat, hat gute Gewinne gemacht. 

Wer Ende 2017 gekauft hat, hat bittere Verluste hinnehmen müssen.

B) Bitcoin kaufen als professioneller Trader: 

Trader freuen sich, wenn der Kurs eines Finanzproduktes volatil ist, also schwankt. Trader spekulieren auf Kurssteigerungen und wetten auf sinkende Kurse.

C) Investment in die Technologie 

Kein Finanzprodukt, sondern Computer-Hardware. Ein Investment zur Produktion von Kryptocoins ist ein Sachwert .

Lohnt sich wegen der Energiekosten nicht mehr vom heimischen Computer aus. Die Industrie arbeitet an energieeffizienter Hardware, um den oft kritisierten Energiebedarf beim Mining zu reduzieren. Es lohnt, den Energiebedarf für die Herstellung und Nutzung von Fiat-Währungen mit dem Energiebedarf des Kryptomining zu vergleichen.

Ein Hype, über den niemand spricht

Es gibt kaum ein GMU (Große und mittlere Unternehmen), die sich heute noch nicht mit der neuen Technologie befassen, zumindest noch nichts davon wissen bzw. sie testen und auf die individuelle betriebliche Anwendungsmöglichkeiten prüfen.

Otto-Normalverbraucher bekommt das wahrscheinlich überhaupt nicht mit. Otto-Normalverbraucher hält sich am Bitcoin fest und diskutiert und kritisiert den rauf und runter, wobei einflussreiche Influencer die öffentliche Meinung beeinflussen. Die einflussreichen Influencer sind in erster Linie Banken und die Boulevardpresse und noch ein paar selbsternannte Experten, die auch ihren Senf beitragen müssen, auch dann, wenn sie nichts von der Materie verstehen.

Die Rede ist von der Blockchain Technologie. Der Bitcoin, an dem sich die Gemüter reiben, war nur das erste große Projekt auf der Grundlage der Blockchain.

Wie groß die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten dieser fast ganz neuen Technologie ist, ist heute noch kaum übersehbar. Nahezu alle Branchen stellen sich heute vor, von der Technologie zu profitieren:

Schlankere Abläufe, Transparenz, Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Kosteneinsparungen sind   –  ganz oberflächlich betrachtet  –   Anwendungsmöglichkeiten, die betriebliche Rationalisierung versprechen und für die es sich lohnt, sich genauestens mit der Blockchain Technologie zu befassen.

Viel spannender jedoch sind die globalen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft, sollte sich diese Technologie in der Praxis bewähren und sich dann durchsetzen. Ganze Berufsstände, die mindestens zu den sog. Intermediären zählen, werden sich über ihre berufliche Zukunft Gedanken machen (müssen).

Am intensivsten haben sich heute bereits die Banken mit dem Gedanken wohl oder übel angefreundet und machen gute Miene zum bösen Spiel, obwohl die immer noch grollen und Fake Informationen in der Öffentlichkeit verbreiten.

Eine disruptive Technologie ist eine Innovation, die die Erfolgsserie einer bestehenden Technologie ersetzt oder vollständig vom Market verdrängt.

 

Blockchain Evolution in der Schweiz

Schweizer Banken sind seit jeher für ihre Kundenorientierung bekannt. Mit Unterstützung der Schweizer Regierung wurde die Crypto Valley Association mit dem Ziel gegründet, „eine unabhängige, staatlich unterstützte Vereinigung zu sein, die die Stärken der Schweiz für den Aufbau des weltweit führenden Ökosystems der Blockketten- und Kryptographietechnologien voll ausschöpft“.

„Crypto Valley“, das Crypto-Tal, befintet sich im Kanton Zug. Mit Konferenzen und Veranstaltungen gilt Crypto Valley als eine der wichtigsten Drehscheiben für Experten, Investoren und Enthusiasten, um sich zu treffen und Ideen und Informationen auszutauschen.

Kein Wunder, dass eine Schweizer Bank vor kurzem beschlossen hat, ihre Bankprodukte anzupassen und als erste im Land Geschäftskonten für Kryptounternehmen anzubieten. Auch der Investmentmarkt nimmt den Handel mit Krypto-Assets in das Angebot für seine Kunden auf.

Marc Bürki, CEO der bedeutenden Bank Swissquote, bestätigt:  „Krypto-Währungen werden immer beliebter, schneller als erwartet. Indem wir sie auf unserer Plattform anbieten, wird die Investition in Krypto-Währungen einfacher, sicherer und für alle zugänglich.“

Zwei Schweizer Privatbanken, Vontobel und Falcon Bank, bieten ihren Kunden kryptowährungsbasierte Anlagen an.

Die Stadt Zug prüft, ob die Blockchain Technologie in einem breiteren Rahmen unter anderem auch für Wahlen eingesetzt werden kann. Die Schweiz nutzt nämlich das Referendum sowohl für nationale als auch für kantonale Entscheidungen. Auch die Bürger wurden befragt, ob für künftige Abstimmungen ein blockkettenbasiertes elektronisches Ausweissystem verwendet werden soll. Der Test war ein Erfolg.

Die Sicherheit der Transaktionen und die Rückverfolgbarkeit der Blockchain werden nicht nur für den Finanzsektor, sondern auch für viele andere Bereiche, unter anderem auch für den öffentlichen Sektor, Vorteile bringen.

 

Optimisten versus Pessimisten

Es sind durchaus führende Ökonomen, die erwarten, dass Bitcoin als Währung versagen und daher nicht überleben wird.

Bitcoin habe keinen „intrisischen“ Wert und die Volatilität des Kurses sei eine Eigenschaft, die nicht mit einer stabilen Währung vereinbar sei. Wie könne etwas, das innerhalb eines Tages 20% fällt und dann wieder 20% steigt, ein stabiler Wertspeicher sein, wird argumentiert.

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beschäftigt sich in einem Artikel mit den Skalierbarkeitsproblemen von Bitcoin. Der Artikel besagt, dass Krypto-Währungen nicht in der Lage sind, ausreichend zu skalieren, um ein Tauschmittel in einer globalen Wirtschaft zu werden.

Andererseits hat eine neue Studie herausgefunden, dass Kryptowährungen wie Bitcoin das Potenzial haben, ein gängiges Zahlungsmittel zu werden. Es seien nur einige Probleme zu lösen, um die Anforderungen an ein in der breiten Öffentlichkeit funktionierendes Zahlungsmittel zu erfüllen.

Es wird in dieser Studie daran erinnert, dass die erste E-Mail 1971 gesendet wurde und dass es etwa drei Jahrzehnte dauerte, „um mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche alltäglich zu werden“.

Der Vorsitzende des britischen Industriekonzerns CryptoUK, bemerkte, dass erst „etwas mehr als acht Jahre“ seit der ersten Bitcoin-Transaktion vergangen sind, und „heute sehen wir bereits, dass sie die Anforderungen des täglichen Geldes zu erfüllen beginnt“. Er fügte hinzu, dass die Fähigkeit von Kryptowährungen,  grenzüberschreitende Zahlungen zu rationalisieren, der Faktor sein könnte, der „die Kryptowährungen in den Mainstream bringt“.

Aktuell sind beide Ansichten sind nur Spekulation. Aber die Spannung wächst.

Bankkarte, Smartphone, Bitcoin ersetzen das Bargeld

In unser digitalen Welt wird immer weniger mit Bargeld bezahlt. Bankkarte, Smartphone, Bitcoin sind heute mehr und mehr die Transaktionsformen der Wahl.

Skandinavien macht es vor. In Schweden liegt der Bargeld-Anteil am BIP (Bruttoininlandsprodukt) heute bei 1,3 Prozent. (Norwegen 1,5 %, Island 2,7 % Dänemark 3,3 %). USA 8,4 %, die EU: 10,7 %.

Der Internationale Währungsfonds empfiehlt in seinem Bericht an Regierungen (Titel: „The Macroeconomics of De-Cashing“) die Abschaffung des Bargeldes mit harmlos erscheinenden Schritten zu beginnen. Z.B. mit Einführung einer stetig herabzusetzenden Obergrenze für Barzahlungen und der Abschaffung von großen Scheinen, um die Öffentlichkeit nicht zu verunsichern.

Banknoten seien anonym und daher ein beliebtes Instrument für Missbrauch, Steuervermeidung, Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche und würden leicht gefälscht.

Der IWF argumentiert, dass diese Maßnahme zu wirtschaftlichem Wachstum und mehr Flexibilität führt. Der tatsächliche Hintergrund, so ist sehr offenkundig, ist die Überwachung von Finanztransaktionen und die Erfassung von Vermögenswerten, also der gläserne Bürger.

Die Transaktionen mit Bargeld werden immer geringer.

Selbst die Kirchen gehen mit der Zeit. Wer hätte das gedacht.

Der digitale Klingelbeutel ist zum Patent angemeldet. Künftig können Kirchgänger also die Kollekte per Karte oder per App am Klingelbeutel einziehen lassen.

In Schweden hatte die Kirche bereits festgestellt, dass der Inhalt des Klingelbeutels immer geringer ausfiel. Warum? Klar, weil dort nicht mehr viele Menschen über Bares verfügen.

Der Kartenterminal am Ausgang hat für Abhilfe gesorgt. Jetzt klingelt es wieder im Beutel.

Wenn Coinpay und Lightning online gehen, dann werden auch Kleinstbeträge wie der Kaffee um die Ecke oder ein Brötchen mit Bitcoin oder wahlweise mit Euro zu Lasten des Bitcoin Wallets bezahlt. Weit ist der Weg nicht mehr.